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Pflanzenfarben herstellen lernen.

Wir arbeiten mit einer bestimmten Aquarelltechnik und bevorzugt mit Pflanzenfarben, weil sie über eine besondere Leuchtkraft verfügen und seelisch anregend wirken.

Das Studium basiert auf Hinweisen Dr. Rudolf Steiners (1861-1925) zu einer neuen Malkunst, die er in Vorträgen, Gemälden und Skizzen anschaulich machte. Die als „Schulungsskizzen“ bekannten „Bildkeime“ entstanden, als die Malerin Henni Geck (1884-1951) Rudolf Steiner um Anregungen dafür bat, wie sie ihre Malschule weiterentwickeln könnte. Sie war die erste Künstlerin, die mit diesen Hinweisen arbeitete.

1928 wurde Gerard Wagner (1906-1999) Schüler von Henni Geck und legte seitdem diese Schulungsskizzen seiner Malerei und seiner Farbforschung zugrunde. Die Skizzen lieferten ihm den Schlüssel zu der Frage, wie die Form aus der Farbe hervorgeht. Er schrieb dazu:

“Wie entsteht Form aus der Farbe?“, so formulierte Rudolf Steiner am Anfang unseres Jahrhundert die Frage, die für die Maler von heute und morgen die entscheidend ist. Er wies den Maler hin auf die Möglichkeit, sich zum vertieften „sinnlich-sittlich Erleben der Farbe“ zu schulen und durch sie zu einer objektiven Welt der Bildekräfte zu gelangen.In Skizzen und Malerien gab er Beispiele, wie Farbe zu Form werden kann. Dadurch können diese Werke am Anfang einer neuen Malerei stehen, die der heutige Bewusstseinsentwicklung angemessen ist.

Unser Lehrplan

Der Lehrplan soll Einblick in das Zusammenwirken von Farbe und Form vermitteln. Das Ziel des Studiums ist, dass jeder für sich erleben lernt, wie die Form aus der Farbe heraus entsteht.

Eurythmie/ Farbeurythmie und Hell-Dunkel-Zeichnen begleiten das Malstudium. Der theoretische Teil der Ausbildung konzentriert sich hauptsächlich auf Rudolf Steiners Vorträge über Kunst, Farbe und Kunstgeschichte und findet in der Form von Textarbeit, Gesprächen und Präsentationen durch Studierende und Dozenten statt.

Zum Lehrplan gehören:

  • Die Farbenlehren von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Dr. Rudolf Steiner (1861-1925).
  • Farbgleichgewicht als Prinzip von Einheit und Harmonie: warme und kühle Farben; Bild- und Glanzfarben; Hell und Dunkel.
  • Komposition: das „Einmessen“ der Farben in den Bildraum; das innere Gleichgewicht des Menschen als Messinstrument.
  • Steigerung des Farberlebens: Maß, Zahl und Gewicht als qualitatives Erleben; schwerelose Farbe.
  • Farbprozesse – Naturprozesse: Rhythmen; Jahreslauf; Werden und Vergehen; Auf- und Untergang.
  • Vom Verwandeln des Motivs zur Metamorphose
  • Innere Schulung: Malen als meditativer Weg.
  • Maltherapie: innere Balance und Gesundheit.
  • Pflanzenfarben: Herstellung und Verwendung von Pflanzenpigmenten